Nomad, Konstruktiver Entwurf

Mobiler Flagshipstore für Christa de Carouge

Christa de Carouge ist eine Modemacherin in der Schweiz. Sie bezeichnet sich gerne als Kleiderarchitektin. Der Architekt und Publizist Werner Blaser hat ein Buch mit dem Titel „HABIT HABITAT“ über sie geschrieben, in dem er Querbezüge zwischen ihrem konzeptionellen Denken und Themen der Architektur herausarbeitet.
Christa de Carouge stellt in ihrer Arbeit immer wieder das Nomadische heraus. Ihre Kleider sind nicht monofunktional sondern Vielzweckgegenstände für den modernen Nomaden. NOMAD ist daher ein nomadischer Flagshipstore – ein Pavillon, der an unterschiedlichen Standorten als temporäres Gebäude aufgebaut werden kann und dann weiter zieht.

Das Projekt ist ein Pilotprojekt an der FH Trier. Neben der herkömmlichen Entwurfsarbeit nahmen inhaltlich und zeitlich Aspekte digitaler Planung und Fertigung, parametrisches Entwerfen und Konstruieren eine wesentliche Rolle ein. Die direkte Kopplung von Entwurfskonzeption und konstruktiv-struktureller Logik unter Berücksichtigung bestimmter Fertigungsmethoden schon in ersten Entwurfsphasen hat sich als durchaus fruchtbar und inspirierend erwiesen – und zu Projekten geführt, die weniger durch einen dezidierten Willen zu einer zuvor definierten Form beschrieben werden, als viel mehr evolutionär und generativ zu unbekannten Lösungen hin entwickelt wurden.
Die „historische Zäsur, die durch den Übergang vom analogen zum digitalen Entwerfen ausgelöst wurde“ (Nikolaus Kuhnert, Anh-Linh Ngo, Arch+ 189) sollte damit anhand eines überschaubaren Studienprojektes erfahren werden.

In einem dreitägigen kick-off Workshop mit Wolf Mangelsdorf und Michael Friedrich, beide Buro Happold, wurden im Mai 2008 zunächst spielerisch geometrisch komplexe Tragstrukturen untersucht. Aus diesem workshop gingen einige Ansätze hervor, die dann im Verlauf des Semesters als Projekte konkretisiert wurden. So sind die letztlich erarbeiteten Projekte nicht nur am physischen Modell, sondern eben auch mit u.a. Rhino, VB/Rhinoscript und Catia dreidimensional im Computer entwickelt worden, um neben einem konzeptionell/experimentellen Entwurfsansatz auch die notwendige Präzision in der Beherrschung der Geometrien zu gewährleisten.

Vor allem die Übertragung der zunächst auf physischen Modellen basierenden strukturell-räumlichen Prinzipien in präzise digitale Konstruktionen stellte sich als große Herausforderung dar. Ergebnisse, die im manuell erstellten Modell noch möglich waren, erwiesen sich dann in der Überprüfung im digitalen Modell als in den beabsichtigten Formen teilweise nicht umsetzbar: ein ebenso frustrierender wie inspirierender Moment im Entwurfsprozess. So stellte sich zum Beispiel das zweifach gekrümmte Tragwerk im workshop-Beitrag von Merve Akdag, Simon Hubert, Frank Stolz und Walter Reimer in der späteren Verfeinerung in Catia als geometrisch rigider dar als gedacht. Trotzdem hat gerade die Erforschung dieser geometrischen Beschränkung im weiteren Verlauf zu einer sehr klaren konstruktiven und formalen Lösung geführt.

NOMAD ist ein Verbundprojekt mit der Berner Fachhochschule, Departement Holz in Biel. Im September wurden die Arbeiten in einem Workshop an der Hochschule in Biel vorgestellt und diskutiert. Als Gastkritiker stand uns neben Prof. Dr. Christophe Sigrist und Prof. Andreas Müller auch Martin Joos, Leiter Messebau der Fa. Nüssli, zur Seite. An diesem Wochenende wurden die Projekte auf ihre weitere konstruktive und materielle Optimierung hin untersucht und vertieft.

Die Arbeit von Jan Busemeyer wurde im November 2008 mit dem ersten Preis des „Holzbaupreises für Studierende in Rheinland-Pfalz (Sommerrock-Holzbaupreis)“ ausgezeichnet und wird im Moment hinsichtlich Ihrer Realisierbarkeit in Biel getestet.

Das Projekt wurde zusammen mit Prof. Klaus Klever, Lehrgebiet Entwerfen, betreut.

Im Folgenden ein Einblick in die Ergebnisse:

Jan Busemeyer

 

Kerstin Harpers

Dirk Pleyer

Sascha Hoffmann

 

Oliver Vogelsang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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